Kätlog

Sackgasse 5

Tragikomikät| Kätaclysm February 16th, 2010

<meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.1 (Win32)" /><style type="text/css"> <!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --> </style></p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%"><u>Sackgasse 5</u></p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%"><u>Falle (David Bowie Side 2 Love You Till Tuesday)</u></p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%"> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">In der Nacht wachte er auf.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Eine Nacht voller Pein, lag er in seinem Bett, herzklopfend, und musste sich orientieren, dass die Realität das Dunkel war, in dem ganz leise die Platte aus dem alten Plattenspieler, dessen Gabel er schon seit Jahren nur mit Klebeband am Kopf festgemacht hatte, damit er die Töne hören konnte, die ihn erreichen konnten, ihn zurück holten in die Welt, die er seine Wirklichkeit nannte.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Der Traum war noch in seinem Blut, in seinem Kopf, in der furchtbaren Erinnerung, die ihn in der warme Dunkelheit erstarren ließ, als sei er gerade noch dort gewesen, wo er nie mehr sein wollte, ein Land, ein Ort, das er hinter sich zu lassen geglaubt hatte, nach so vielen Jahren des Ausharrens, des Provozierens, des Lügens. Die Lüge war der größte Freund, den er in den ersten Jahren kennen gelernt hatte, ein Begleiter, ein stiller, angenehmer, einer, der nie aufbegehrte, der immer Gleichgewicht schaffte, in den dunklen Zeiten, die doch so warm waren, so angenehm, so unkompliziert, die Lüge, die alles hielt, alles heller machte, alles groß und wichtig und lebenswert, die Lüge, die so lange gezehrt hatte, dass sie deshalb irgendwann entlarvt wurde, aufgrund ihrer Existenz, die nicht mehr wegzudenken war, die sich in Hysterie mischte. Eine großartige Lüge, auf ihrem eigenen Weg sich selbst zu dekonstruieren, ein Leben, das nur auf sich selbst aufbaute, auf dem Guten, das die Lüge schaffen wollte, das das Leben voran brachte, ohne ein einziges Mal zurück zu blicken auf das Schwarze der Dunkelheit, die ihn so warm umgab. So warm, das alles nichtig erschien in dem Moment, in dem er aufwachte und sich selbst erkannte, in der Dunkelheit, atmend, lebend, fürchtend, dass der Traum diese glückliche Situation durchdringen könnte, um die schöne Nacht durchdringen zu können, wie ein Pfeil, der seine Richtung schon lange gefunden hatte, doch trotzdem immer noch mit dem Wind durch den Raum schnellte.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Und der Schrei, den er entlässt, ist eine späte Reaktion auf die Wirklichkeit, die sich nicht entfalten will, die zerspalten ist durch den Pfeil, der alles zerschmettert, als wäre die Dunkelheit ein Glas voller Licht, das gebrochen und gebrochen wird, weiter und weiter, wie Silberfäden schließlich auf dem Grund ankommt, der Grund, der das Material darstellt, mit dem er umgeben ist, das Holz, die Matratze, das Bettzeug, das, so real, niemals zergehen kann in der Dunkelheit ob seiner Materialität, der Fluch des Seins, des Daseins, des Menschen, des Lebens, all diese toten Winkel, die nicht berechnet werden, wenn der Pfeil aufschlägt, als sei er nur ein Fluch, der, ausgesprochen, ohne Reaktion bleibt.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Nicht zurückgehen, schreit die Stimme des Windes, die der Pfeil durchschneidet, nicht zurückgehen zu den Tagen, als die Stimme zu leise und der Pfeil zu stumpf waren, die Lüge die Macht hatte, alles zu halten, obwohl sie das Glück zerstört haben, das die Lüge verbreitet hat, das die Lüge zerstört hat aufgrund ihrer Existenz, was war denn das Leben wert, als die Lüge das Glück und die Zerstörung zusammen in ihrer Hand hatte, was hatte sie gelehrt und geäußert und verwirklicht?</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Erik sah auf. Die Straßenlaterne unter dem Fenster ersetzte den Mond in seiner Helligkeit, und die Welt war klar vor seinen Augen, als hätte sie ihn heimgesucht, nach all der langen Zeit. Lass mich bei dir schlafen, murmelte sie, und ihre furchtbare Ehrlichkeit starrte in die Scheiben und brach sich tausendmal in die Dunkelheit der Nacht.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Und mit der Frage im Raum, die die Laterne stellte, starb die Dunkelheit vor seinen Augen, und die Angst kehrte zurück, das Leben, das durch die Leichtigkeit des Seins verdeckt wurde, und je mehr er den schmalen Schimmer, der durch die Vorhänge fiel, auf sich ruhen ließ, neben sich ruhen ließ, als Liebhaber einer Welt, der er zu entkommen gehofft hatte, desto mehr verschwand die Größe und Stärke dessen, was ihn hielt, und er sah und fürchtete den Willen des Morgens, der auf ihm ruhte, als wolle er ihn langsam und sicher aufzehren, eine Helligkeit, die ihn zerstörte, mit jeder Minute, die der Schein an Macht gewann, um die Sicherheit auszuhöhlen, das Leben, das so großartig gelaufen war.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Und sein Körper zuckte zusammen unter der Schwere der Sonne, wie sie ihn einnahm und lähmte, wie der Pfeil ihn traf, der die ganze Zeit ihm Raum verharrt hatte, und ihn lähmte, wie sein Körper in die Matratze gedrückt wurde, wie er festgehalten wurde und gelähmt, durch die Wucht, die die Strahlen der Sonne hinterließen, wie die Wärme, die auf seinem Körper lastete, plötzlich Einstiche hinterließ, die er nicht zählen konnte, die ihn mehr und mehr durchfraßen, die ihn so zerstörten, dass der Körper eine Marionette wurde, die durch die Angst feucht und geschmeidig wurde, um wieder in die Dunkelheit zurückkehren zu können.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Und die Sonne, unentbehrlich, zersetzte den letzten Willen seines Seins, die Muskeln lösten sich auf, und der Vampir, der sich so sicher war, dass er eine Ewigkeit bestehen würde, kehrte dorthin zurück, wo der Staub ihn auffing, um den letzten Rest der Schwärze zu retten, die seine Existenz bis zu diesem Zeitpunkt garantiert hatten.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Und Erik, in seiner Angst, ließ den Verbündeten seinen Willen haben, als sei nichts geschehen, die ganzen Jahre, in denen sie sein einziger Verbündeter gewesen war, den er niemals hatte halten können, weil er Freund der Zeit war, die ihn so lange begleitet hatte, aber den Raum nicht erhalten konnte, den er ihr frei gemacht hatte, um selbst zu überleben.</p> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%"> <p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%">Ende August 2009</p> </div> <div class="comment"> <a href="http://rakate.24fps.de/?p=207#respond" title="Comment on Sackgasse 5">Kein Kommentar</a> </div> <!-- <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://rakate.24fps.de/?p=207" dc:identifier="http://rakate.24fps.de/?p=207" dc:title="Sackgasse 5" trackback:ping="http://rakate.24fps.de/wp-trackback.php?p=207" /> </rdf:RDF> --> <h2 id="post-205"><a href="http://rakate.24fps.de/?p=205" rel="bookmark">Ein Abend in der Academy</a></h2> <div class="meta"><a href="http://rakate.24fps.de/?cat=2" title="View all posts in Sophistikäte" rel="category tag">Sophistikäte</a> May 21st, 2009 </div> <div class="main"> <p>Ich war zufällig geladen zur feierlichen Eröffnung eines neuen Instituts im Sitzungssaal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Die befindet sich, wie man sich bei der lieblosen und wenig professionellen Internetpräsenz der <a target="_blank" href="http://www.saw-leipzig.de/">Akademie</a> informieren kann, in der Karl-Tauchnitz-Str. Sie ist mir noch nie aufgefallen, die alte Stadtvilla neben dem Grünstreifen zum Bundesverwaltungsgericht. Dass man neue Institute gründet, wo kein Geld ist, scheint mir eher unangebracht, aber es erfreut mich denn doch, dass einige Institute zusammen an diesem “neuen” Institut interdisziplinär gemeinsame Sache machen, das sich GESI, Global and European Studies Institute nennt. Wobei man sich natürlich schon fragt, ob nicht ersteres letzteres ausschließe bzw. umgekehrt. Ein westeuropäisches Institut für Osteuropa (und die Welt, ich vergaß) für mehrere Institute, die interdisziplinär sein wollen, die aber vor 4 Jahren, als der Bachelor eingeführt wurde, alle einzeln darauf gepocht haben, ihre ethno (institutio-)zentrische Sichtweise so durchzusetzen, so dass alles beim Alten blieb und jeder Professor auf seinem Lehrstühlchen ganz alleine sitzen bleiben konnte. Interdisziplinär, ja gut, aber dann bitte mit “unserem Institut” als Zentrum. Selbst unser Institut wollte Ostasien, scheiterte aber an den Sinologen, die (teils auch zu Recht) eine Übernahme der Japanologen fürchteten. Interdisziplinarität klappt nicht, wenn man sich an seine Privilegien klammert, sie klappt aber auch nicht, wenn man die anderen kolonialisieren möchte.<br /> Nun also GESI. Den Einsatz macht ein Klarinettenquartett im altehrwürdigen Saal mit dunklem Holz und prunkvollen güldenen Kronleuchtern mit 5 Meter Durchmesser. Der überaus elitistische Mief wird durch Ansprachen von hohen Professoren durch den Raum diffundiert, die auf Deutsch ein “global institute” propagieren, so dass nach einer Stunde die Reihe vor mir, bestehend aus indischen, senegalesischen, ukrainischen und chilenischen Studenten und PhDs, beginnt zu schlafen oder verzweifelt die Holzvertäfelung anzustarren.</p> <p>Eingeladen als Hauptakt, nachdem das unsäglich nach mediokrem Musikgeschmack triefende Klarinettenquartett endlich verschwunden ist (das aber gut gespielt hat), ist ein WASP-US-Amerikaner, der eine ebenso fragliche kolonial-ethnozentrische Auffassung über World History vertritt, und der auf die berechtigte Kritik von Studenten der Welt außerhalb Euroamerikas darauf antwortet, er sei ja interdisziplinär, da er die “afrikanische” Diaspora in den USA untersuche. Ohne eine Ethnie zu nennen, gebraucht dieser Mann den ganzen Abend sehr oft den Slogan “Die Afrikaner tun dies und das”. Ich frage mich, ob “World (oder besser: Global) History” nicht einfach durch ihren Universalanspruch alle heterogenen Völker wieder zu einem Brei vermengen wird. 3 Kontinente plus die USA, versteht sich, und nicht zu vergessen: the Global No-man’s-land South aka Africa.</p> <p>Ich habe mich vor dem Einschlafen gehindert, indem ich Revue passieren lassen habe, weshalb mich das Beiwohnen dieser Veranstaltung so wütend gemacht hat. Als ich 16 war, wollte ich Marxist sein und habe mich durch das Kapital gewühlt, nur um zu lernen, dass ich Elite eigentlich ganz toll fand und immer sein wollte. Mit 29 bin ich linker denn ich je war, und frage mich, was der ganze elitäre Quatsch mit dem hochtrabenden Sitzungssaal (oder beispielsweise auch dem furchtbar überladenen Ziegenledersaal der Uni Leipzig) eigentlich soll, außer irgendeine Elite zu heben, die schon jegliche Beziehung zur Realität verloren hat.<br /> All diese selbstverliebten Professoren, die sich einer Errungenschaft der Innovation rühmen, in einem verstaubten Saal sich selbst und ihre Kollegen feiern, sich bei Kritik immer noch bebauchpinseln und am Ende die Neuheit eines längst überfälligen und fast schon wieder überholten Studienprogramms loben, werden sich spätestens am nächsten Tag wieder einreihen in den allgemeinen Konsens des “Ausverkaufs” der Universität durch Bachelor- und Masterkurse, unter denen ihre (eigentlichen Heimat-)Institute ja so zu leiden haben, geld- und forschungstechnisch, versteht sich.</p> <p>Das Problem der Unflexibilität, ohne die Inhalte ihrer Lehrangebote zu ändern, einfach ein neues Institut zu gründen, anstatt die Uni aktiver zu gestalten (zusammen mit den Studenten, von denen viele auch immer noch lernen WOLLEN), lässt nur eines nicht zu, nämlich das, was die Universität schon immer hätte sein sollen und wofür diese deutschen Professoren und der Protzsaal der alten elitistischen Stadtvilla stehen: die vertane Chance, den Bachelor als das zu sehen, was er potentiell sein kann: dass selbst den Studenten, die sich nicht eignen für die Wissenschaft (und davon gab es im Magisterstudium genauso viele oder wenige), zu einem Abschluss verholfen werden kann. Dass selbst schlechtere und ärmere Studenten in 3 Jahren etwas dazulernen können, selbst wenn es nur Geisteswissenschaften sind. Dass sie sich selbst finden, in den Jahren des Erwachsenwerdens. Und dass, wenn eben alle Stricke reißen, sie trotzdem nichts umsonst gemacht haben.</p> <p>Dafür müssen aber diese ganzen Querschläger, die glauben, jetzt würde die Universität verkommen, sich von ihren Holzvertäfelungen und Kronleuchtern lösen, von ihrer Festanstellung auf einem Lehrstuhl, der die Hierarchie noch unterstützt. Vor allem aber muss dieses hohe Ross, mit dem die Hochschulprofessoren über die Studenten hinweg traben, geschlachtet werden, damit sie auch mal auf derselben Ebene laufen lernen. Dann merken sie vielleicht, dass es nicht nur das System ist, das schuld ist. Es ist immer einfach zu sagen, das System. Nach drei Jahren an dieser Uni hat aber keiner dieser Systemkritiker es geschafft, ein einziges neues Seminar zu konzipieren.</p> <p>Und dafür danke ich der Academy! Dies ist kein Plädoyer für einen Bachelor, aber es ist eins für Innovationen und Gleichberechtigung. Wenn keiner für die Studenten spricht und sie keiner nach ihrer Meinung fragt, Kritik abschmettert und sein köstlichens Weinchen von Nationalakademien gesponsert bekommt, sollte er vom Elfenbeinturm geschubst werden. Aber bitte von ganz oben.</p> <p>Nachtrag: Dies ist keine Verleumdung der Professoren, die sich so viel Mühe gemacht haben. Es ist auch keine Kritik an der Akademie der Wissenschaften, deren Förderung ich sehr schätze. Es ist nur eine Kritik am elitären Gehabe einiger Apparatschiks, die sich dann über denselben Apparat beschweren, wenn er reformiert wird. </p> </div> <div class="comment"> <a href="http://rakate.24fps.de/?p=205#respond" title="Comment on Ein Abend in der Academy">Kein Kommentar</a> </div> <!-- <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://rakate.24fps.de/?p=205" dc:identifier="http://rakate.24fps.de/?p=205" dc:title="Ein Abend in der Academy" trackback:ping="http://rakate.24fps.de/wp-trackback.php?p=205" /> </rdf:RDF> --> <h2 id="post-204"><a href="http://rakate.24fps.de/?p=204" rel="bookmark">Nostalgie</a></h2> <div class="meta"><a href="http://rakate.24fps.de/?cat=1" title="View all posts in Lokäte" rel="category tag">Lokäte</a> November 25th, 2008 </div> <div class="main"> <p>Ich sitze im 4.Stock der Schillerstraße, und irgendwas stimmt mit der Heizung nicht. Oder der Raum ist zu groß für zwei Mini-Heizungen, oder es liegt an dem kleinen Marker, der mich die Heizung nicht auf über 3 drehen lassen will. Meine Heizung auf über 3 zuhause macht den ganzen Raum warm. Die hier fühlen sich an wie unter 2. Ich sitze also warm verpackt mit Schal um den Hals und meiner Jacke auf den Beinen am anderen Ende des Raumes und trinke heißen Kaffee.</p> <p>Und dann kommt wieder eine dieser Schillerstraßenerinnerungen, als Leipzig noch der wilde Osten war und man mir noch für meinen “Mut” gratulierte, in den Osten zu gehen. Vor nicht mal 8 Jahren, wohlgemerkt.</p> <p>Es war einer dieser furchtbar kalten Tage, und die Schillerstraße war noch nicht saniert. Also bestieg man die rote Wendeltreppe, hielt sich schnaufend am weißen Geländer fest, um dann noch einmal über eine kleinere Treppe in die Vier ins Dachgeschoss und unsere Fakultät zu gelangen. Es war ein Montag, und Montag hatte ich ab mittags frei und verbrachte den Nachmittag meist mit einem Lern- und Plausch mit Fabian, der damals montags die Bibliotheksaufsicht hatte. Außerdem hatte ich noch was Wichtiges für inrgendeine Veranstaltung zu tun, und war demnach gezwungen, die Treppe zu erklimmen. Oben angekommen und nach einem Ausflug zum Unisex-klo, von denen nur noch eines funktionstüchtig war und die anderen mit dicken Tragseilen an den Wandhalterungen befestigt waren, gesellte ich mich also zu den drei Verrückten in der Bibliothek.</p> <p>Aber: die Heizung in der Bibliothek war ausgefallen, und das Dachgeschoss strotzte vor Kälte. Die drei Nasen, Fabian und ich saßen also in dieser fruchtbaren kleinen Japanologiebibliothek zähneklappernd und unglücklich beim Lesen, und ab und zu kam Annette Schad-Seifert herein, um uns eine warme Tasse Tee zu bringen.</p> <p>Ich frage mich heute noch, ob sie sich nicht gedacht hat, wir drei Nerds müssten ja unglaublich dämlich sein, überhaupt in der kalten Schillerstraße auszuharren, aber ich brauchte irgendwelche wichtigen Bücher, die es nur dort gab, und überhaupt wäre es unsolidarisch gewesen, Fabian seinen versprochenen Montagskaffee nicht zukommen zu lassen. Danach erinnere ich mich an eine ausgiebige Glühwein-im-warmen-Zuhause-trinken-Geschichte, aber nur noch dunkel.<br /> Die Schillerstraße ist saniert, und ich sitze als einziger wieder hier in dem Raum mit der Luke, diesmal aber mit Oberlichtern, und trotzdem Heizung kaputt. Mir fällt ein, wie wir in diesem Raum das Dazai Osamu-Seminar bei Freudianer Kobayashi gehabt haben, und da dieser Teil die Mediävistik war, standen hier damals noch unzählige dicke stinkende Bücher altdeutscher Provenienz. Es gab noch das nicht mehr intakte Fotolabor, wo das Karl-Marx-Uni-Regal stand, in dem ich jetzt meine Literatur zu Hause stehen habe. Die Feuertreppe hinterm Unisexklo mit dem immer vollen Glas Zigaretten, die Koba und auch wir zur Pause nutzten.</p> <p>Das Haus ist funktionaler geworden. Es regnet nicht mehr hinein und die Tauben nisten auch nicht in allen Luken unterm Dach. Warum aber die Heizung immer noch nicht funktioniert, ist mir ein Rätsel… </p> </div> <div class="comment"> <a href="http://rakate.24fps.de/?p=204#respond" title="Comment on Nostalgie">Kein Kommentar</a> </div> <!-- <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://rakate.24fps.de/?p=204" dc:identifier="http://rakate.24fps.de/?p=204" dc:title="Nostalgie" trackback:ping="http://rakate.24fps.de/wp-trackback.php?p=204" /> </rdf:RDF> --> <h2 id="post-203"><a href="http://rakate.24fps.de/?p=203" rel="bookmark">Wechsel</a></h2> <div class="meta"><a href="http://rakate.24fps.de/?cat=1" title="View all posts in Lokäte" rel="category tag">Lokäte</a> November 13th, 2008 </div> <div class="main"> <p>Ich hab mein Theme gewechselt. Wollte eigentlich ein anderes haben, finde aber meine Passwörter nicht mehr. Also zum alten Orange. Grün wurde mir ein bisschen zu viel. Außerdem ist Herbst. Orange also gut. </p> </div> <div class="comment"> <a href="http://rakate.24fps.de/?p=203#respond" title="Comment on Wechsel">Kein Kommentar</a> </div> <!-- <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://rakate.24fps.de/?p=203" dc:identifier="http://rakate.24fps.de/?p=203" dc:title="Wechsel" trackback:ping="http://rakate.24fps.de/wp-trackback.php?p=203" /> </rdf:RDF> --> <h2 id="post-201"><a href="http://rakate.24fps.de/?p=201" rel="bookmark">Käte Rakäte</a></h2> <div class="meta"><a href="http://rakate.24fps.de/?cat=2" title="View all posts in Sophistikäte" rel="category tag">Sophistikäte</a> October 17th, 2008 </div> <div class="main"> <p>Ich starte durch! Nach der anfänglichen Frustration des Daseins als wissenschaftliche Kopierkraft habe ich nun ein Projekt auf die Beine gestellt, werde nächstes Semester zusammen mit Conny ein weiteres Seminar leiten, habe 3 Konferenzen, einen JLPT-Test, und noch meine Doktorarbeit, die sich langsam auch mit den Quellen auseinandersetzt.</p> <p>Falls jemand von mir hört: Nein, ich bin beschäftigt, dann seid nicht böse.Ich fühl mich gerade richtig toll wohl! </p> </div> <div class="comment"> <a href="http://rakate.24fps.de/?p=201#respond" title="Comment on Käte Rakäte">Kein Kommentar</a> </div> <!-- <rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/"> <rdf:Description rdf:about="http://rakate.24fps.de/?p=201" dc:identifier="http://rakate.24fps.de/?p=201" dc:title="Käte Rakäte" trackback:ping="http://rakate.24fps.de/wp-trackback.php?p=201" /> </rdf:RDF> --> — <a 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